JugendMedienEvent 2013

Das JugendMedienEvent 2013
29. August bis 1. September in Berlin

Small Talk kann man lernen

Spannende Übungen erleichtern den Gesprächseinstieg

Small Talk – da fallen einem zuerst banale Phrasen wie „Schönes Wetter heute, oder?“ ein. Hat man alles schon tausend Mal gehört, sollte also kein Problem sein. Nun, ganz so einfach scheint die Sache ja doch nicht zu sein, denn die Teilnehmer des Seminars im Haus der Presse gaben auf die Frage, warum sie hier seien, überwiegend an, dass sie Schwierigkeiten haben, mit Fremden ins Gespräch zu kommen.  Scheint also noch Erklärungsbedarf in Sachen Small Talk zu geben – also schauen wir uns das Ganze mal genauer an.

Zunächst einmal stellt sich die Frage, was genau man unter Small Talk versteht. Im Duden wird dieses Gesprächsform als „leichte, beiläufige Konversation“ bezeichnet, was irgendwie auch nicht wirklich mehr Infos gibt. Hilfreicher ist da schon die Erklärung der beiden Seminarleiterinnen Dr. Ilona Quick und Renate Birkenstock, Small Talk diene dazu, „eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu schaffen und sich selbst positiv darzustellen, damit man dem anderen im Gedächtnis bleibt.

Ein Beispiel, welches die Teilnehmer in einem Rollenspiel üben mussten: Eine Personalchefin und eine Praktikantin befinden sich im Aufzug. Die Praktikantin möchte sich auf eine neue Stelle bewerben und daher von der Personalchefin wissen, ob sie bei ihr einen Termin haben kann. „Hier ist es wichtig, irgendwo im Gespräch seinen Namen unterzubringen, damit die Personalchefin sich vielleicht später an die Praktikantin erinnert, die im Fahrstuhl ganz nett wirkte“, so die Seminarleiterinnen. Allerdings muss man auch hier darauf achten, dass man seinen Namen irgendwie sinnvoll unterbringt und sich nicht nur einfach um des Vorstellens willen vorstellt.

Noch schwieriger ist es, jemanden in ein Gespräch zu verwickeln, der partout keine Lust auf Small Talk hat und sämtliche Fragen nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet. Hierbei ist der Trick, eine Ja/Nein-Frage (eine sogenannte geschlossene Frage) in eine offene Frage, sprich eine Frage, auf die man mit ganzen Sätzen antworten muss. Die Frage „Sind Sie mit der Bahn hier angereist?“ wird so ganz einfach zu „Ich bin mit der Bahn gekommen – wie sind Sie denn angereist?“ Für diese Antwort braucht es schon ein paar mehr Wörter, zudem fühlt sich der Angesprochene auch wohler, da der Gesprächspartner ihn nicht sofort mit einer Frage bombardiert, sondern erst einmal von sich selbst erzählt.

Es sind nur ein paar Wörter, ein paar kleine Tricks, die eine Menge verändern können und die Tür zu einem erfolgreichen Gespräch öffnen können. Am Ende hat vielleicht die Praktikantin erfahren, dass sie die Sekretärin der Personalchefin jederzeit für einen Termin anrufen kann und der Bahnreisende einen neuen Kontakt geknüpft – alles nur wegen ein paar banaler Fragen, die man schon tausend Mal gehört hat.

 

Birthe Kolb

Hauptveranstalter und Partner Junge Presse e.V. BPB Axel Springer Akademie