JugendMedienEvent 2013

Das JugendMedienEvent 2013
29. August bis 1. September in Berlin

„Du hast ein Problem…

und ich bin die Lösung“ - Bewerbung bei Axel Springer

Die Axel-Springer-Akademie gilt als Deutschlands fortschrittlichste Journalistenschule. Aber was genau heißt fortschrittlich? Rudolf Porsch, stellvertretende Direktor der Axel-Springer-Akademie, klärt auf: „Wir beleben Crossmedial. Wir mixen das richtig“.

Trotzdem seien die Ansprüche der Akademie die geringsten. „Wir haben drei Bedingungen für die Aufnahme: Man muss den aufrechten Gang beherrschen, stubenrein sein und den Umgang mit Messer und Gabel beherrschen“, scherzt Posch. In Wirklichkeit kommt es laut Porsch auf zwei Dinge an: Kreativität und Leidenschaft. Er weiß, wovon er spricht. Bereits seit 25-35 Jahren – zumindest sehr, sehr lange, sodass er sogar selbst mal die genaue Zeit vergisst – kümmert sich der stellvertretende Direktor um die Auswahl von Volontären.

 „Das Entscheidende ist, dass Sie das wirklich wollen“, ist sich Porsch sicher. So solle man immer mit der Einstellung „Los Jungs, und was machen wir jetzt“, den Raum betreten und sich selbstsicher und gut verkaufen. Man muss „die Lösung“ für ein Problem sein.

40 junge Journalisten werden jedes Jahr bei der Axel-Springer-Akademie ausgebildet – je zwanzig beginnen im Januar, weitere zwanzig im Juli. Bewerber gibt es knapp 1000. „Wobei da allein 300 sogenannte Copy und Paste Bewerbungen dabei sind, die keine Chancen haben und direkt rausfliegen“, bestätigt Porsch. Die Ausbildung an sich dauert dann etwa zwei Jahre. Wer es hier schafft, darf künftig höchstwahrscheinlich in der obersten Liga der Journalisten mitspielen.

Auswahlverfahren bei der Akademie und auch bei anderen Ausbildungsstätten verlaufen meist sehr ähnlich: Anschreiben oder Fragebogen, Einsendung einer Bewerbungsreportage, Wissenstest und schließlich die letzte Hürde: das Vorstellungsgespräch.

Und genau an diese letzte Hürde darf sich heute einer der Teilnehmer wagen. Originalgetreu hat der 16-jährige die Chance sich einer dreiköpfigen Jury bestehend aus Porsch und zwei weiteren Teilnehmern zu stellen.

 „Sie wollen ausgerechnet zum Springer-Verlag. Warum?“ – die erste von vielen Fragen, die gemeistert werden müssen. Insgesamt schlägt sich der Bewerber gut, gerät nur bei der Frage nach seinem Wunschinterviewpartner ins Wanken. „Sie sind für Ihr Alter wahnsinnig reflektiert und cool“, bescheinigt ihm Porsch. Trotzdem solle er aufpassen, dass er nicht „zu cool wird“, warnt der stellvertretende Direktor, „Als Journalist dürfen Sie niemals vollkommen abgeklärt und zynisch werden, denn dann sind sie tot“.

Ann-Kathrin Hipp

Hauptveranstalter und Partner Junge Presse e.V. BPB Axel Springer Akademie